Gleich und gleich gesellt sich gern
Es ist unser eigenes Wesen
Das uns in den Pferden begegnet
Pferde sind Fluchttiere. Aber vor allem sind sie Herdentiere. Nur in der Herde, in der Gesellschaft von anderen Pferden fühlt sich ein Pferd sicher und geborgen.
Warum ist das so? In einer Herde gibt es eine Rangordnung. Pferde die schon länger in derselben Herde zusammen stehen, kennen Ihren Platz in der Herde. Sie wissen genau, welchem Pferd sie sich wann nähern dürfen, ohne von ihm verjagt zu werden. Sie wissen genau, mit wem und wann sie Fellpflege betreiben dürfen. Und sie wissen auch, welches Pferd die Leitstute ist und wer hier der Leithengst ist, und auf welche Signale sie achten müssen, falls zum Beispiel das Signal – Gefahr im Verzug – kommt. Das alles gibt den Pferden Sicherheit. Es entspricht Ihrer Natur, ihrem Instinkt.
Woher kennen wir das? Genau so, wie auch wir uns sicher fühlen, im Kreise unserer Familie, dort unseren Platz haben und jemanden zum Reden wenn wir Probleme haben. Wir wissen genau, wenn unser Partner seine Ruhe haben will, weil er konzentriert arbeiten möchte. Wenn sich die Kinder beim Spielen aufgeschürft haben, kommen sie meistens zu den Eltern gelaufen. Dort wird Ihnen geholfen und das gibt Sicherheit.
Kommt ein neues Pferd in eine bestehende Pferdeherde, muss sich dieses neue Pferd erst seinen Platz suchen. Da kann es passieren, dass dieses neue Pferd erst einmal weggejagt wird. Oder dass gleich jemand kommt und sagt, „Hey, dich kann ich gut riechen, willst du mein Freund sein“? Wenn das neue Pferd nun auch ein Freund sein möchte, gibt es erst mal ein vorsichtiges beschnuppern, dann quietschen beide Pferde los, manches mal schlagen sie auch mit dem Vorderfuß, um seiner Kraft Ausdruck zu verleihen und zu imponieren und wenn man sich einig ist, stehen sie nach gar nicht langer Zeit, Nase an Nase im Gras versenkt und fressen zusammen. Die Neue Freundschaft hat mit zarten Banden begonnen.
Woher kennst du das? Sicher hast du schon mal den Arbeitsplatz gewechselt. Ist es dir dann nicht ähnlich gegangen? Alle Kollegen sind neu für dich. Aber der oder die eine, ist dir sofort sympathisch. Mit dem/der könntest du dich gleich anfreunden. Und dann, wenn diese/r andere Kollege/in dich auch gleich sympathisch findet, nähert ihr Euch an. Mal langsamer, mal schneller.
Der einzige Unterschied zu den Pferden ist der: Pferde hinterfragen nicht, was jemand von ihm wollen wird oder ob sich aus dieser „Freundschaft“ eine Profit herausschlagen lässt. Wir Menschen tun das leider schon. Wir haben Erwartungen, in einen anderen Menschen. Checken vielleicht gleich mal seine Stellung ab, und überlegen, welchen Stellenwert wir haben, wenn wir mit diesem Menschen Freundschaft schließen können. Oder wir sind unsicher und fragen uns, ob der andere auch wirklich unsere Freundschaft möchte, ob wir nicht zu aufdringlich sind, und noch vieles mehr.
Pferde sind absolut klare Wesen. Wenn Pferde etwas ausdrücken, dann gibt es kein vielleicht oder „schaun wir mal“. Klar und unmissverständlich ist die Körpersprache, die die Pferde anwenden. Meist geht das ganze ohne Verletzungen ab. Aber sie setzen ihre Grenzen. Wir Menschen haben diese Klarheit verlernt. Wir umschreiben oft mit Worten irgendwelche Gefühle, wollen Rücksicht nehmen, weil wir niemanden verletzen möchten, oder wir sagen oft ja, statt nein. Wir setzen uns auch oft eine Maske auf, oder haben die Meinung, dass wir uns irgendwie „Verhalten“ müssen, um zu gefallen. Dabei verlieren wir ein ganzes Stück Natürlichkeit. Pferde sind ein Stück Natur und benehmen sich auch so. Zu einem Pferd kannst du nicht äußerlich ja sagen, und innen vielleicht doch nein. Sie spüren das sofort und reagieren darauf mit Unsicherheit. Mit Hilfe unserer Pferde bekommen wir wieder ein Stück Natur zurück. Auch dir ist es bestimmt schon so gegangen, dass du dich einfach ganz anders gefühlt hast, wenn du bei deinem Pferd warst, oder mit deinem Pferd unterwegs bist.
Was können wir also lernen von den Pferden? Da Pferde ganz Klar in Ihrer Kommunikation sind, lassen sie uns sofort spüren, wenn wir es nicht sind.
Diese Klarheit in unser Tun und Handeln und in unsere Aussagen zu legen, das ist schon mal ein entscheidender Schritt, den wir lernen können. Wir können den Weg zu uns selbst wieder finden. Pferde lassen sich nicht täuschen, selbst wenn du dich selbst täuschen möchtest. Du bekommst sofort einen Spiegel hingehalten, was wirklich in dir vorgeht. Wir können also auch lernen, uns selbst zu akzeptieren, und innezuhalten, und unsere Ängste und unsere Unsicherheit hinterfragen.
Und wir lernen, wieder in unsere Energie zu kommen, und im Hier und Jetzt zu leben, denn wenn wir unseren Pferden ohne Energie begegnen, tun sie das auch und im schlimmsten Fall beachten sie uns nicht einmal.
Was du mitbringen musst, um mit Pferden zu arbeiten
Was du nicht brauchst, ist Erfahrung im Umgang mit Pferden. Auch Menschen, die noch nie mit Pferden zu tun hatten, können unter Anleitung mit Pferden arbeiten, und interessante Erfahrungen machen. Über Pferde und vor allem über sich selbst.
Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, ob dies etwas für dich ist, dann schau es dir erst einmal an. Du kannst dabei so viel lernen, wie du möchtest. Aber du musst nicht. Nur du entscheidest, ob diese Methode für dich die richtige ist.
Aber wenn du dich dazu entschlossen hast, dann bring deine ganze Neugier mit, etwas Neues zu lernen, öffne dich für diesen Weg mit den Pferden und der Natur. Wenn du es schaffst, dich für diesen Weg zu öffnen, wird dir diese Erfahrung einen Neuen Weg zu leben zeigen. Ein Geschenk, gleich einem Samenkorn, wird dir eingepflanzt, das bei richtiger Pflege und Liebe wächst und gedeiht und sich prächtig entwickelt.
Dann wäre da noch die Lust. Hast du Lust, Grenzen zu überschreiten und vielleicht sogar Neue Methoden kennen zu lernen? Dann bist du hier absolut richtig.
Ausdauer, die Dinge die gelernt wurden zu Üben. Gerade beim Üben kommst du ab und zu an deine Grenzen. Aber wenn du diese Grenzen überschritten hast, bekommt dein Tun eine Leichtigkeit und du weißt, wofür es sich gelohnt hat, diese Grenze zu überschreiten.
Das Ergebnis: Wenn du etwas gelerntes immer wieder übst, dann wird es auf einmal ganz leicht. Und irgendwann braucht es nur noch ein Zeichen, das vielleicht noch nicht mal ein außenstehender sehen kann, und dann „lebst“ du es. Dann bist du eins mit deinem Pferd und dieser Übung.
Fazit: Du brauchst also deinen Mut, ein offenes Herz, Lust auf Neues, Ausdauer und Durchhaltevermögen und viel gute Laune. Und dann können wir gemeinsam beginnen. Step by Step.
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Herzliche GrüßeHeike
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